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Turbulente Zeiten für den Sport: Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie legen ab kommenden Montag für vier Wochen sämtliche Aktivitäten im Amateursport lahm. Durch die Zuordnung zum professionellen Sport stehen für die Zweitliga-Volleyballer des TV Bliesen die Zeichen jedoch auf Fortsetzung der Saison. Sollte es wirklich nach Plan laufen, geht es diesen Samstag für Markus Jungmann, Sandy Schuhmacher & Co. mit ein paar wenigen Zuschauern gegen die TGM Mainz-Gonsenheim.

Im Gegensatz zu Bliesen (erst 4 Spiele) hat die TGM bereits sechs Matches absolviert und konnte einmal als Sieger vom Platz gehen. Angeführt vom deutschen Top-Beachvolleyballer Jonas Reinhardt gewannen die Mainzer bisher „nur“ gegen Friedrichshafen, lieferten sich aber ansonsten einige eng umkämpfte Duelle, die die Jungs aus der Narrenhochburg auch durchaus hätten für sich entscheiden können. Im Testspiel Ende August agierte Bliesen ohne die nötige Konstanz und verlor ebenfalls enge Sätze in der „Overtime“ gegen die Truppe um Spielertrainer Manuel Lohmann.

Sicher ist schon mal, dass die wenigen Fans am Samstag danach erstmal keinen Live-Sport mehr erleben können. Aktuell steht sie noch: die Minikulisse vor dem November-Knockout. Denn mindestens für die Zeit im November sind keine Zuschauer mehr erlaubt, sofern der Wettkampf denn überhaupt stattfindet. Nach den nun folgenden Verordnungen wird lediglich Profisport stattfinden. Aber zählt man ein Team, das unter anderem aus Studenten und zum Teil voll berufstätigen Jungs besteht, zum Profisport?

Die 3. Liga und Regionalliga wurde im Volleyball bereits für vier Wochen auf Eis gelegt, während die 1. Bundesliga mit TV-Spielen und klarer Profistruktur zweifelsfrei im Geschäft bleiben wird. Doch manch einer fragte sich zurecht: Was passiert mit den Zweitliga-Clubs? Mit einem Statement wollte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Donnerstag diesbezüglich eine Lanze brechen. Darin erklärte der Bund, dass seinem Verständnis nach „die 1.-3. Ligen in allen olympischen und nicht-olympischen Sportarten“ unter die Definition „Profisport“ fallen würden.

Nun, man könnte im Hinblick auf die Charakteristik der 2. Bundesliga im Volleyball sagen: Es geht um semi-professionellen Sport auf hohem Niveau, den motivierte Spieler mit ihrem Alltag aus Schule, Universität oder Beruf verbinden – so gut es eben geht. Das ist die Umgebung in der sich der Großteil aller Zweitliga-Spieler im Volleyball mutmaßlich bewegen. Und natürlich freut sich ein Sportler, wenn es am Netz um Punkte geht. Aber wie sicher findet ein Spiel aktuell denn überhaupt statt?

Auch hier gibt es Unsicherheiten, die wohl aber nötig sind: Im Rahmen der Hygienekonzeption stehen für beide Teams obligatorische Antigentests am frühen Nachmittag auf dem Plan. Fallen die Ergebnisse negativ aus, kann die Partie so stattfinden. Wenn nicht, dann eben nicht. Statt voller Hütte und frenetischem Jubel drohen Geisterspiele, regelmäßige Testungen und eine Atmosphäre, die getränkt von allen Vorkehrungen kaum steriler sein könnte.

TV Bliesen vs. TGM Mainz-Gonsenheim
Samstag, 31. Oktober 2020
Einlass: 18:30 Uhr
Spielbeginn: 19:00 Uhr
Sportzentrum St. Wendel

Live-Stream unter www.sporttotal.tv

Text: TV Bliesen
Foto: Josef Bonenberger

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